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Tanzschule Elmayer

Eine Wiener Institution feiert Geburtstag

Vor einhundert Jahren gründete Willy Elmayer-Vestenbrugg die Tanzschule Elmayer. Prof. Thomas Schäfer-Elmayer, Enkel des Gründers und aktueller Leiter der Tanzschule, erklärt im Interview weshalb die Tanzschule – mehr als alle anderen Schulen – für die berühmte Wiener Balltradition steht und warum diese auch im 21. Jahrhundert noch so lebendig ist.

Die Tanzschule Elmayer begeht heuer ihr 100jähriges Gründungsjubiläum. Wurde dieses schon gefeiert?

Bis jetzt wurde es noch nicht gefeiert, wir sind noch in der Vorbereitung. Die Tanzschule wurde ja am 1. Oktober 1919 eröffnet, das Jubiläum hat also im Prinzip noch nicht stattgefunden.

Wie wird denn dann ab dem 1. Oktober gefeiert?

Es wird im Vorfeld eine Medienkampagne geben und wir werden vermutlich am 1. Oktober ein Fest geben. Wir haben an und für sich jedes Jahr mit dem Elmayer-Kränzchen ohnehin ein wunderbares Fest. 

Es wird aber in jedem Fall eine Festlichkeit geben?

Davon gehe ich aus.

100 Jahre ist ein langer Zeitraum. Was waren denn die wichtigsten Meilensteine seit der Gründung der Tanzschule?

In der Öffentlichkeit hat wahrscheinlich der Opernball am meisten Eindruck gemacht, der ja von meinem Großvater in den Vorkriegsjahren nicht nur eröffnet, sondern auch Großteils organisiert wurde. Mein Großvater hat den damals größten Ball von Wien, den Ball der Stadt Wien, im Rathaus eröffnet. Am nächsten Tag kamen die Beamten der Bundestheaterverwaltung zu ihm und fragten, ob man so einen Ball auch in der Oper machen könnte. Mein Großvater hat 1935 den ersten Opernball organisiert und später durchgesetzt, dass die Bestuhlung entfernt und Bühne und Zuschauerraum zu einer großen Tanzfläche wird.

„Das gibt es sonst nirgendwo und um das zu unterstützen, dazu sind wir da.“

Prof. Thomas Schäfer-Elmayer über die Wiener Balltradition

Sie leiten die Tanzschule Elmayer seit 1987. Welche Akzente haben Sie seit dem gesetzt und überlegen Sie neue zu setzen?

Als ich in die Tanzschule gekommen bin, war gerade die Zeit, wo der Boom der Jugendkurse abgeflaut ist. Es sind viel weniger Jugendliche in Tanzkurse gegangen, weil es damals in den Gymnasien weniger gab und auch weil sich zum Teil der kulturelle Background der Jugendlichen geändert hatte. Ich musste deshalb neue Aspekte einbringen und wir haben das Angebot ausgeweitet und verändert. Seither bieten wir Seniorentanzkurse, Studententanzkurse, Sommerkurse und vieles mehr an. Es gab aber auch wichtige Modernisierungen und Veränderungen in der Administration und auch in der Tanzschule selbst, etwa der Eingangsbereich, den ich komplett umgebaut habe. Eine der neuesten Ideen die im Raum steht, ist die Ausbildung von Trainern. Wir haben vor einiger Zeit eine Elmayer-Akademie gegründet und möchten die Ausbildung von Etikette-Trainern anbieten, wobei wir in erster Linie an unser eigenes Team denken. Etikette ist unser wesentliches, positives Alleinstellungsmerkmal. In der Nachfolge meines Großvaters und Vaters leite ich Seminare und Workshops, gebe Vorträge und habe schon 9 Bücher zum Thema gutes Benehmen veröffentlicht. In den Jugendkursen gibt es 1. mein aktuellstes Buch als Geschenk, 2. können die Jugendlichen ein Zertifikat für Umgangsformen erwerben und 3. mit mir ein Etiketteessen erleben. In jeder Tanzstunde gibt es einen kurzen „Benimmteil“. So versuchen wir, Allgemeinwissen zu vermitteln, das im späteren Leben hilfreich ist. 

Wiens Balltradition ist wohl weltweit einzigartig und Ihr Haus wird – mehr als andere Wiener Tanzschulen – mit dieser Tradition in Verbindung gebracht. Wie geht man damit um?

Indem man sich voll und ganz dafür einsetzt. Das war mit ein entscheidender Grund – wenn nicht der wichtigste Grund – für mich, meine Industrielaufbahn zu beenden und die Tanzschule zu übernehmen. Etwas Einzigartiges ist nicht nur die Wiener Balltradition, sondern auch die Tanzschule Elmayer. Dies liegt meiner Meinung nach an der Traditionsliebe der Wiener Bevölkerung. Ich glaube nicht, dass man das in irgendeiner anderen Stadt der Welt so erfolgreich machen könnte, weil diese Tradition hier gelebt wird. Das gibt es sonst nirgendwo und um das zu unterstützen, dazu sind wir da. Deshalb unterstützen wir zum Beispiel sämtliche Schulbälle mit unserem gesamten Know How. Wir halten diese Nachwuchsförderung für extrem wichtig.

Lässt sich diese Wiener Ballkultur auch im 21. Jahrhundert am Leben erhalten oder muss man sich sorgen, dass einmal eine Art Disney World daraus wird?

Tatsächlich hat sich der Charakter der Bälle mit der Zeit verändert. Wir müssen heute viel mehr Entertainment und Show liefern, damit ein Ball ein Riesenerfolg wird. Allerdings, oft nützt nicht einmal das etwas. Ich kenne einige Beispiele, wo die Organisatoren alles unternehmen, es kommen aber trotzdem nicht mehr Besucher. Andere Bälle, wie der Kaffeesiederball oder der Jägerball – der größte Ball Wiens – und das Elmayer Kränzchen sind immer bestens besucht. Man fragt sich natürlich schon, woran das dann liegt. Ich glaube, man muss dem Publikum das bieten was es bei einem Ball sucht. Jeder Ball hat seinen eigenen Charakter. Wenn ich zum Opernball gehe, dann will ich nicht den Philharmonikerball erleben und umgekehrt.

Anzug, Krawatte und Handschuhe sind Standard in den Jugendtanzkursen der Tanzschule Elmayer. Wie lässt sich der Wert und die Notwendigkeit dieser Kleidung einem jungen Publikum in Zeiten von Skaterhosen und Sneakers vermitteln?

Das ist harte Arbeit! Wir sind da monatelang unterwegs, um das zu vermitteln und treffen dabei durchaus auf viel Gegenwind. Trotzdem besuchen unsere Jugendtanzkurse, während der Ballsaison, jeden Tag zwischen 200 und 600 Jugendliche.

„Der große Elmayer“ neu aufgelegt

Neben zahlreichen Seminaren zu verschiedenen Themen der Etikette sowohl im beruflichen wie auch im privaten Leben, hat Prof. Thomas Schäfer-Elmayer auch mehrere Ratgeber verfasst. Das wohl bekannteste Werk Schäfer-Elmayers, „Der große Elmayer“, wurde kürzlich neu aufgelegt. Die überarbeitete und aktualisierte Version dieses Standardwerkes für gutes Benehmen liegt ab sofort zum Verkauf auf. 

Nur wenige Unternehmen konnten sich so deutlich und über Jahrzehnte hinweg erfolgreich vom Wettbewerb abheben und ein Image allerhöchster Qualität im Publikumsbewußtsein prägen, wie die Tanzschule Elmayer. Prof. Dkfm. Thomas Schäfer-Elmayer ist neben seiner Tätigkeit als Trainer weiterhin selbst als Unternehmer tätig und auch in neuen Marktsegmenten (Tourismus, Personalentwicklung, Beratung) aktiv, um sein einzigartiges Erfolgskonzept und Know How allen Interessierten zugänglich zu machen.

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Medien-Galerie

Kurse & Workshops

MontagDienstagMittwochDonnerstagFreitagSamstagSonntag
Anfänger/Bronze 17:45-18:45 Uhr, 19:00-20:00 Uhr 17:15-18:15 Uhr, 18:30-19:30 Uhr 16:00-17:00 Uhr, 17:15-18:15 Uhr 17:15-18:15 Uhr, 18:30-19:30 Uhr, 19:45-20:45 Uhr 15:00-16:30 Uhr, 16:35-17:35 Uhr, 17:45-18:45 Uhr
Ferien-Übungskurs 19:30-22:00 Uhr
Gold Star/EC 21:00-22:00 Uhr 19:40-20:40 Uhr 21:00-22:00 Uhr
Silber/Gold 18:35-19:35 Uhr 19:45-20:45 Uhr 18:30-19:30 Uhr 21:00-22:00 Uhr 19:00-20:00 Uhr
Übungskurs 19:00-20:45 Uhr

Events von Tanzschule Elmayer

Tanzschule Elmayer: Benefizquadrille
Ein vergnügliches Lernen und Auffrischen der Fledermausquadrille unter der mitreißenden Anleitung von Thomas Schäfer-Elmayer.
Monday, January 6, 2020 17:30 Uhr 1010 Wien
Elmayer-Kränzchen
Faschingsausklang mit Elmayer – Seit dem ersten Elmayer-Kränzchen vor 97 Jahren wird der Reinerlös aus dem Kartenverkauf des Balls dem Haus der Barmherzigkeit gespendet.
Tuesday, February 25, 2020 16:00 Uhr 1010 Wien

Tanzschule Elmayer
Bräunerstraße 13
1010 Wien, Österreich
Tel. +43 1 5127197

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Tanzschule Elmayer

https://elmayer.at/

Bräunerstraße 13
1010 Wien, Österreich
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